Generalsekretär Stoltenberg behauptet: Sieg Russlands wäre eine Niederlage der NATO

Bild: NATO https://www.nato.int/cps/en/natohq/photos_186041.htm

Obwohl die Ukraine kein Mitglied der NATO ist, behauptet der Generalsekretär des westlichen Militärbündnisses, dass ein Sieg Russlands in der ehemaligen Sowjetrepublik eine Niederlage der Allianz wäre. Zudem wird die NATO auch eine jährliche Nuklearübung abhalten.

Offenbar betrachtet man seitens der NATO-Führung die Ukraine schon als Mitglied der transatlantischen Militärallianz. Denn Jens Stoltenberg, seines Zeichens Generalsekretär des Bündnisses, sieht in einem Sieg Russlands in der Ukraine auch eine Niederlage der NATO. Dies erklärte er gestern auf einer Pressekonferenz vor dem Treffen der NATO-Verteidigungsminister in Brüssel, das heute und morgen andauern wird. Ein Treffen, bei dem auch der ukrainische Verteidigungsminister, Oleksii Reznikow, anwesend sein wird, obwohl das osteuropäische Land kein Mitglied ist.

“Es ist für uns alle wichtig, dass die Ukraine die Schlacht gewinnt. Denn wenn Putin gewinnt, ist das nicht nur eine große Niederlage für die Ukrainer, sondern auch für uns alle, weil es die Welt gefährlicher macht und uns anfälliger für weitere russische Aggressionen werden lässt”, sagte er. Dabei vergaß er allerdings zu erwähnen, dass es gerade die NATO ist, die bislang für militärische Aggressionen gegen andere Länder (z.B. Afghanistan, den Irak, Serbien, Libyen, Syrien…) berüchtigt ist.

Er sagte, die NATO wolle sicherstellen, dass die Ukraine sich weiterhin selbst verteidigen und Gebiete befreien könne, die Russland im Laufe des Krieges erobert habe. Stoltenberg verwies dabei auf die Gegenoffensiven, durch die Kiew im vergangenen Monat Tausende von Quadratkilometern zurückerobert habe. Zudem verwies er darauf, dass die NATO-Unterstützung für die Ukraine eine Schlüsselrolle spiele und alle Alliierten sich darin einig seien, die Souveränität der Ukraine zu unterstützen. Damit machte der Norweger deutlich, dass die NATO faktisch eine weitere Kriegspartei ist.

Allerdings sorgt der Anschluss der eroberten Gebiete im Osten der Ukraine nach einem Referendum, welches vom Westen nicht anerkannt wird, für Probleme in Bezug auf das von der NATO und von Kiew genannte Ziel, sämtliche seit 2014 abgetrennten Gebiete (die Krim und die Donbass-Region) für die Ukraine zurückerobern zu wollen. Der Kreml hat wiederholt klar gemacht, dass diese als Teil Russlands betrachtet und notfalls auch mit Atomwaffen verteidigt werden. Gerade in diesem Hinblick werde die NATO die bereits lange geplante und jährlich für eine Woche stattfindende Nuklearübung “Steadfast Noon” nicht aussetzen. Dabei kommen auch Kampfjets zum Einsatz, die nukleare Sprengköpfe tragen können. Zudem nehmen 14 der 30 NATO-Mitgliedsstaaten daran teil. Laut einem AP-Bericht sollen diese Übungen allerdings rund tausend Kilometer von der russischen Grenze entfernt stattfinden.

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