Die Sünden an den Grönländern: Europa verhandelt weiter über die Köpfe der Inuit hinweg
Die Durchdringung Grönlands durch den dänischen Staat ist eines der am besten dokumentierten Beispiele für europäische Herrschaftsausübung in der Arktis. Zwischen den 1950er und 1990er Jahren setzten die dänischen Behörden eine Reihe bevölkerungspolitischer und sozialtechnischer Maßnahmen um, die in der Forschung heute als systematische Eingriffe in die körperliche Autonomie, die kulturelle Reproduktion und die soziale Kontinuität der Inuit interpretiert werden. Diese Praktiken sind nicht als isolierte historische Episoden zu verstehen, sondern als Ausdruck eines umfassenden Regimes, das Modernisierung, demografische Steuerung und kulturelle Assimilation miteinander verknüpfte.
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