Die Erzählung von “mobilen Krematorien” in der Ukraine basiert auf einem Foto aus 2013

Bild: Twitter Account "@Klitschko"

Die Medienteams des George Soros leisten zurzeit in der Ukraine ganze Arbeit. Die aktuelle Story betrifft den Einsatz angeblicher “mobiler Krematorien”, die dazu dienen sollen, Kriegsverbrechen zu verschleiern. Damit würden die “bösen Russen” vor Ort Leichen verschwinden lassen. Dumm nur: Die Propaganda, die hauptsächlich von den Klitschko-Brüdern befeuert wird, basiert auf einem Bild aus 2013.

Mit unserem Titelbild machte der Telegram-Account @klitschko via Twitter Werbung für seine Propaganda: Die “Russen” würden in der Ukraine mobile Krematorien einsetzen.

Das Bild, das Klitschko hier zeigt, stammt aus einem Video aus dem Jahr 2013:

Der Begleittext, übersetzt:

Tests einer einzigartigen Anlage zur thermischen Zerstörung (Verbrennung) von biologischen Abfällen – mobiles Krematorium IN-50.1K, das umfassend repariert und umfassend modernisiert wurde.

Was lernen wir daraus:

  • Das Fahrzeug existierte im Jahr 2013
  • Es gibt davon mindestens ein Modell
  • Es gehört/gehörte der Privatfirma turmalin.ru

Was wissen wir nicht:

  • Existiert das Fahrzeug auch heute?
  • Wurde es von der russischen Regierung angemietet?
  • Ist es wirklich in der Ukraine im Einsatz?

Übrigens: Um einen Menschen zu verbrennen, benötigt man in einem stationären Krematorium bei idealen Bedingungen eineinhalb Stunden. Dazu wird sehr viel Energie benötigt, die Temperatur beträgt ca. 850 Grad. Selbst wenn Klitschkos Behauptung wahr wäre, wovon intuitiv nicht auszugehen ist, könnte man damit nicht wirklich im großen Stil Kriegsverbrechen vertuschen. Vielmehr riechen die Vorwürfe aber nach einer Propaganda-Aktion für willfährige Westmedien, die kein Interesse an eigenen Recherchen haben.

Im Ausland ganz viele Relativierungen

Abseits deutscher Medien gibt es übrigens durchaus vorsichtigere Formulierungen. So liest es sich in Finnland gänzlich anders, wenn (übrigens Ende Februar) geschrieben wird: “Der britische Verteidigungsminister Ben Wallace sagte gegenüber The Telegraph, dass möglicherweise mobile Verbrennungsanlagen im Einsatz sind, weil die Einäscherung der Gefallenen die russischen Verluste nach außen hin kleiner erscheinen lässt.”

In ebendiesem Artikel findet sich dann auch gleich noch eine faustdicke Lüge: Im Jahr 2014 wurde offenbar ein russisches mobiles Krematorium des Modells IN-50.1K in der Region Rostow fotografiert. Das Gerät befand sich auf der Ladefläche eines nicht identifizierten Lastwagens. Nein, wurde es nicht. Der Film, der präsentiert wurde, ist derselbe wie der von uns oben verlinkte: Es ist ein Werbefilm der kleinen Privatfirma aus dem Jahr 2013, offen auf YouTube verfügbar. Die von der finnischen Zeitung verlinkte Quelle zeigt übrigens auch kein solches Foto. Deshalb, liebe Leser, ist es stets wichtig, dass Sie wachsam sind und selbst überprüfen – auch jede einzelne Behauptung, die wir aufstellen. Denn niemand ist ohne Fehler.

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