AKW Saporischschja: Planten die Ukrainer einen Anschlag auf die Atominspekteure?

Bild AKW Saporischschja: Ralf1969, CC BY-SA 3.0 , via Wikimedia Commons

Moskau beschuldigt Kiew, zwei Sabotagetrupps zum Atomkraftwerk Saporischschja geschickt zu haben, während die internationalen Atominspekteure dort ankamen. Zudem habe es ukrainischen Beschuss am Tagungsort der IAEA-Mission gegeben.

In den vergangenen Wochen behauptete die Führung in Kiew immer wieder, dass die russischen Truppen das ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja beschießen würden – und das, obwohl dieses unter russischer Kontrolle steht. Zwar entbehrt dies jeglicher Logik, zumal dies ja bedeuten würde, dass das russische Militär die eigenen Truppen beschießt. Doch in Kriegszeiten zählt die Propaganda (natürlich auf allen Seiten) oftmals mehr als die Wahrheit. Dies ist auch mit ein Grund dafür, weshalb die unvoreingenommene Übernahme ungeprüfter Behauptungen einer Kriegspartei, wie es in den westlichen Medien in Bezug auf die Anschuldigungen Kiews gegenüber Russland geschieht, nicht positiv zu bewerten ist, da sie sich lediglich als Propagandisten betätigen und nicht als Nachrichtenmedien.

Dasselbe gilt jedoch auch in Bezug auf die Meldungen aus Moskau bezüglich der Vorgänge in der Ukraine. Insofern gilt es, die nachfolgende Meldung des russischen Verteidigungsministeriums mit entsprechender Vorsicht zu genießen, zumal es bislang noch keine unabhängigen Bestätigungen dazu gibt (Bildmaterial gibt es hier). Es zeigte sich allerdings bereits mehrfach (siehe etwa unsere Berichte hier und hier), dass Darstellungen Moskaus eher der Realität entsprachen als jene von Kiew.

So berichtet “Sputniknews” (in der EU leider unter Zensur, deshalb kein Link) unter Berufung auf das russische Verteidigungsministerium, dass Kiew einen Sabotagetrupp in Richtung Atomkraftwerk Saporischschja gesendet hat. Und das, als Atominspekteure der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) dorthin unterwegs waren. “Heute, gegen 06:00 Uhr Moskauer Zeit [03:00 GMT], landeten ukrainische Truppen in zwei Sabotagegruppen mit bis zu 60 Personen in sieben Booten an der Küste des Kachowka-Stausees, drei Kilometer nordöstlich des Kernkraftwerks Saporischschja, und versuchten, das Kraftwerk in ihre Gewalt zu bringen”, so das Ministerium. Man habe die Angreifer aus der Luft außer Gefecht gesetzt.

Wie das russische Verteidigungsministerium weiter mitteilte, sollen ukrainische Truppen seit Donnerstagmorgen den Tagungsort der Mission der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) in der Nähe des Kernkraftwerks Saporischschja beschießen. “Seit 8.00 Uhr Moskauer Zeit [05.00 Uhr GMT] beschießen die ukrainischen Streitkräfte den Tagungsort der IAEA-Mission im Gebiet der Stadt Wassiliwka und des Kernkraftwerks Saporischschja. Vier Granaten explodierten in einer Entfernung von 400 Metern vom ersten Kraftwerksblock”, so das Ministerium in einer Erklärung weiter.

In den deutschen Mainstream-Medien hingegen versucht man, den “Schwarzen Peter” möglichst nicht den Ukrainern zuzuschieben, sondern relativiert auf breiter Linie. Beide Seiten würden sich gegenseitig beschuldigen, das AKW zu beschießen – doch dass die russische Seite gar keinen Grund dafür hat, das Atomkraftwerk zu beschießen, da es dieses ja bereits seit Monaten besetzt hat, wird nicht aufgezeigt. Aber auch dort berichtet man von weiterem Beschuss in der Gegend um das Atomkraftwerk.

Nun stellt sich allerdings nur noch die Frage, warum die Ukrainer mit einem Beschuss der Region um das AKW und mit dem Einsatz von Sabotageteams während des Aufenthalts des IAEA-Teams es riskieren sollten, dass diese verletzt oder getötet werden. Will man dies den Russen in die Schuhe schieben und so eine weitere Verschärfung von Sanktionen und Strafmaßnahmen erwirken? Immerhin weiß man in Kiew auch, dass man die westliche Mainstreampresse weithin in der Tasche hat und diese jede auch noch so absurde Behauptung nachplappert und den Medienkonsumenten in Europa und Nordamerika ungeprüft und völlig unkritisch serviert.

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